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Der Fantreff ist Donnerstags und Dienstags
von 16.00 Uhr bis 21.00 Uhr geöffnet.

Kickern, Darten, Billard, Filme schauen, und vieles mehr!



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(24.8.2010)
Fanprojekt Darmstadt stellt Strafanzeige


Stellungnahme des Fanprojekts Darmstadt zum neuerlichen Einbruch im Fancontainer


Das Fanprojekt Darmstadt arbeitet auf Grundlage des "Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit" (NKSS) und zielt darauf ab Vorurteile gegenüber Fußballfans abzubauen, begleitet Fans bei allen Heim- und Auswärtsspielen, unterstützt Fans bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Choreografien im Stadion und anderen Veranstaltungen, begleitet Fans bei Behördengängen und Anwaltsterminen und vermittelt u. a. bei Konflikten mit der Polizei und den Ordnungskräften.

In der Vergangenheit wurden sowohl die Räumlichkeiten des Fanprojekts in der Erbacher Straße 1, sowie die vom Fanprojekt verwalteten Fancontainer im Stadion am Böllenfalltor Ziel von Sachbeschädigungen und Einbrüchen. Nachdem am vergangenen Wochenende erneut der Fancontainer im Stadion aufgebrochen wurde haben wir uns entschlossen Anzeige zu erstatten.

Der Fancontainer steht der gesamten Fanszene des SV Darmstadt 98 zur Verfügung und wird von mehreren Fanclubs genutzt. Das Darmstädter Fanprojekt setzt sich seit 2002 für das friedliche Ausleben von Fankultur und den Erhalt von geschützten Fanräumen ein und wird sich auch in Zukunft mit allen juristischen Mitteln gegen Angriffe jeder Art auf Fanräume zur Wehr setzen.



Für das Fanprojektteam,

Michael Kirschner



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Christoph Ruf
Dienstag den 14. September
Beginn der Veranstaltung 19.00 Uhr

Nachdem unsere 98er wieder kicken lädt auch das Fanprojekt wieder zu einer Verastaltung ein. Am Dienstag den 14. September ist Christoph Ruf in der Erbacher Straße 1 zu Gast. Er ist frei(willig)er Journalist und Autor. Von Karlsruhe aus beackert und bereist er die Welt der Politik und des Sports. Fanpolitik, Fußball in der ehemaligen DDR, unterklassige Ligen, sowie Diskriminierung und Rechtsextremismus im Fußball sind seine Themen. Er ist Autor für diverse Magazine und Tageszeitungen (Süddeutsche Zeitung, Stern, Spiegel-Online, taz, FR, 11 Freunde, etc.).

Die Lesung im Fanprojekt widmet sich insbesondere seinen beiden Büchern "Ist doch ein geiler Verein - Reisen in die Fußballprovinz" (weitere Infos auf www.christoph-ruf.de/buecher/geiler-verein.php) und "In der NPD - Reisen in die National Befreite Zone" (weitere Infos auf www.christoph-ruf.de/buecher/npd.php).



Der Eintritt ist natürlich frei.


Wir freuen uns auf euch!

Euer Fanprojekt-Team



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"Football is Freedom"


Das Fanprojekt Darmstadt und die Aktionsgemeinschaft bewegungsorientierte Sozialarbeit e. V. haben mit Mitgliedern der Lilienfanszene einen Film zum Thema Diskriminierung im Fußball gedreht.

In der gut einstündigen Dokumentation "Football is Freedom" liegt der Fokus auf den Thematiken Rassismus, Sexismus und Homophobie. Auch die Möglichkeiten von Fans und Vereinen, diesen Phänomenen entgegenzuwirken, werden aufgezeigt.

Über fast 2 Jahre hinweg haben wir zahlreiche Interviews mit Betroffenen und Experten geführt. So berichtet die Fußballweltmeisterin Steffi Jones, ebenso wie Spieler des Darmstädter Vereins FC Bursaspor von ihren persönlichen Erfahrungen. Ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene schildert wie Neonazis im Stadion gezielt Nachwuchs rekrutieren und der Sportjournalist Ronny Blaschke rückt die Verhältnisse im Fußball in einen gesellschaftlichen Gesamtkontext. Auch 4 Spieler aus dem aktuellen Kader des SV Darmstadt 98, sowie Ex-Trainer Zivojin Juskic kommen zu Wort.

Die feierlichen Premiere des Films fand am Mittwoch den 2. Juni 2010
im CinemaxX am HBF statt.


Die DVD ist während des Fantreffs,
dienstags und donnerstags zwischen
16.oo Uhr und 21.oo Uhr,
beim FP-Team für 7,- € zu erwerben.



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"Die Welt zu Gast bei Fremden?"


Unsere Reihe geht in die 3. Runde.


Donnerstag 27. Mai 2010
um 18.00 Uhr

Maria Kind studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Ethnologie (Schwerpunkt Subsahara Afrika) und Publizistikwissenschaft. Im Rahmen ihres Studiums nahm sie an einer 5-monatigen Feldforschung nach Ghana teil. Seit Ende 2008 ist sie Projektleiterin in der Deutschen Afrika Stiftung e.V., einer politischen Stiftung, die sich um einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Deutschland und den afrikanischen Staaten bemüht.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war Ghana das erfolgreichste Team des afrikanischen Kontinents und großer Sympathieträger. Am 23. Juni 2010 trifft die ghanaische Fußballmannschaft auf unsere Nationalelf. Grund und Zeit etwas mehr über dieses westafrikanische Land zu erfahren. Als ehemalige britische Kolonie erlang Ghana 1957 als erstes afrikanisches Land die Unabhängigkeit und hat sich seit dem zu einem Musterland des Kontinents entwickelt, was nicht zuletzt mit seiner sozialen und politischen Stabilität zusammenhängt. Doch was macht die ghanaische Kultur und das Leben in Ghana aus? Und wie sieht der Alltag in diesem Land aus? Diese und viele andere Fragen sollen in dem Vortrag angesprochen und ein vielschichtiges und facettenreiches Bild der ghanaischen Alltagskultur gezeichnet werden.

Der Eintritt ist natürlich frei!

Wir freuen uns auf euch!



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PRESSEMITTEILUNG

- Gelungene Kooperationsgespräche zwischen Bundespolizei und Fussball-Fanprojekten -

Koblenz, 03. Mai. 2010

Gemeinsame Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion Koblenz und den Fussball-Fanprojekten in Mainz, Frankfurt, Kaiserslautern, Offen-bach, Saarbrücken, Trier und Darmstadt Am 15. April 2010 fand das zweite Treffen von Vertretern der Bundespolizeidi-rektion Koblenz (verantwortlich in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saar-land) mit den Verantwortlichen der Fanprojekte Mainz, Frankfurt, Kaiserslau-tern, Offenbach, Saarbrücken, Trier und Darmstadt statt. In einem offenen Dialog haben die Teilnehmer den bisherigen Verlauf der Fußball-Saison 2009/ 2010 analysiert, Problemfelder erörtert sowie Lösungs-ansätze diskutiert. Insbesondere wurde die Berichterstattung in den Medien thematisiert. Im Verantwortungsbereich der Bundespolizeidirektion Koblenz und insbeson-dere bei den Vereinen mit sozialpädagogischen Fanprojekten ist die bisherige Saison – bis auf wenige Ausnahmen – weitestgehend gewaltfrei verlaufen. Sowohl in den Zügen als auch in den Bahnhöfen waren im Zusammenhang mit dem Fußball-Reiseverkehr der betreffenden Vereine erfreulicherweise nur wenige außergewöhnliche Vorkommnisse zu verzeichnen, die sich am ehes-ten im Zusammenhang mit Lokalderbys ereignet haben. Alle Beteiligten waren sich einig, den Dialog nicht nur fortzusetzen, sondern auch zu intensivieren, um den Umgang miteinander und das Verständnis für-einander positiver zu gestalten. Dabei soll die Kommunikation nicht nur mit den Fanprojekten sondern auch mit den Fußballfans gesucht werden. Auch außerhalb des Einsatzes.


Mitglieder BAG-Süd e. V.: • Fanprojekt Augsburg • Fanprojekt Darmstadt • Fanprojekt Frankfurt • Fanprojekt Kaiserslautern • Fanprojekt Karlsruhe • Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen • Fanprojekt Mainz • Fanprojekt München • Fanprojekt Nürnberg • Fanprojekt Offenbach • Fanprojekt Saarbrücken • Fanprojekt Trier



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"Die Welt zu Gast bei Fremden?"


Unsere Reihe geht in die 2. Runde.


Am Dienstag den 20. April 2010
um 18.oo Uhr

ist Torsten Hoffmann bei uns zu Gast. Er hat Südafrika ca. 15 mal bereist und hat bei seinen, teilweise mehrmonatigen, Reisen Land und Leute kennen gelernt. Somit weiß er von den Besonderheiten des Landes und dem Alltag seiner Bewohner zuberichten.

Mit einem Input-Vortrags leitet Torsten Hoffmann die Fragerunde dieser Infoveranstaltung ein, die sich nicht nur an all diejenigen richtet die die WM vor Ort oder Südafrika als Individualreisende erleben wollen. Auch diejenigen von euch die einfach neugierig auf das Land am südlichsten Zipfel Afrikas sind und mehr über seine Kultur, Geschichte und Gegenwart erfahren möchten kommen garantiert auf ihre Kosten!

Der Eintritt ist natürlich frei!

Wir freuen uns auf euch!



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Pressemitteilung

Angriff auf das Karlsruher Fanprojekt
Einzelne Ultras zerstören die Grundlage für ihre Akzeptanz im Fußballkontext

Berlin, 06.03.2010

Für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) ist der Übergriff von Angehörigen aus der Frankfurter Ultraszene auf das Karlsruher Fanprojekt ein absolut inakzeptabler Vorgang. Offensichtlich sind einige Gruppen bzw. ganze Ultraszenen dazu bereit, Grenzen zu überschreiten. Diese Grenzüberschreitungen lehnen die Fanprojekte in Deutschland zutiefst ab.

Bei dem Übergriff hatten in der Nacht vom 27. auf den 28.02. ca. 40 Ultras versucht die Fanräume des Fanprojekts Karlsruhe zu stürmen und dabei erhebliche Sachschäden angerichtet. Zur Tatzeit befanden sich neben KSC-Fans auch zahlreiche Anhänger befreundeter KSC-Fanpruppierungen und auch ein Mitarbeiter des Fanprojektes in den Räumen. Es gab mehrere Verletzte.

Dass sich bundesweit Einzelpersonen der Ultraszenen offen zur Gewalt bekennen, ist nicht erst seit dem vergangenen Wochenende bekannt, doch der Übergriff aus den Reihen der Frankfurter Ultras zerstört das Tabu, dass Fanprojekträume geschützte Bereiche sind. Wer, wie auch die Ultras, Respekt verlangt, muss ebenso Respekt entgegen bringen.

Bereits in den letzten Jahren gab es vereinzelt Übergriffe auf Fanprojekträume (z. B. in Darmstadt, Gelsenkirchen und Saarbrücken). Die Qualität der Überfälle reichte jedoch nicht annähernd an die vom Wochenende heran.

„Dies dürfte auch eine Zäsur für die Fanprojekte auf Bundesebene bedeuten“, sagt Ralf Zänger, Sprecher der BAG, „In den kommenden Wochen werden wir uns diesbezüglich intensiv austauschen und unser weiteres Vorgehen absprechen.“

Ultras, die ein solches Vorgehen tolerieren, stellen den eigenen Anspruch, das „Herz des Fußballs“ zu sein in Abrede. Sie haben sich bereits zu weit von der Fankurve entfernt.

„Alle Ultras, welche an diesem Übergriff auf das Karlsruher Fanprojekt beteiligt waren und auch jene, die diese Aktion gut heißen, sollten sich im Sinne ihrer selbst aufgestellten Prinzipien, Konsequenzen überlegen“, sagt Ralf Busch als Sprecher der BAG. „Es entsteht der Eindruck, dass sie keinerlei Interesse an einer positiven Mitgestaltung von Fankultur haben!“

Die Fanprojekte, welche in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte organisiert sind, sind auch für Ultras Ansprechpartner. Nunmehr muss grundlegend in intensiven Gesprächen geklärt werden, ob die Ultras dies in Zukunft weiterhin in Anspruch nehmen wollen.



i. A. Ralf Busch / Ralf Zänger

BAG Sprecher / Fan-Projekte



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Pressemitteilung


Ticketsystem spielte bei der WM 2006 eine untergeordnete Rolle

Während sich in Bremen die Innenministerkonferenz unter anderem zum Umgang mit Ausschreitungen im Rahmen von Fussballspielen beriet, trafen sich in Potsdam Vertreter der Bundsarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, um sich über zukünftige Verbesserungen der Kommunikation zwischen Fansozialarbeitern und Polizei zu verständigen.

Im Gegensatz zu den Innenministern bezog sich die Tagung der Fanprojekte auf die in den vergangenen Monaten geführten Diskurse mit Leitungsebenen der Polizei an den verschiedenen Standorten. Diese Diskurse wurden grundsätzlich als positiv und notwendig empfunden. Um diesen Prozess weiter zu entwickeln werden die Fanprojekte in der Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle der Fanprojekte (KOS) Empfehlungen für die Kommunikation zwischen Polizei und Fansozialarbeit erarbeiten.

Positiv wurde hierbei auf das von den Fanprojekten maßgeblich mitentwickelte Konzept der Fan- und Zuschauerbetreuung für die WM 2006 Bezug genommen.
Ralf Busch (Bundessprecher der Fanprojekte): „Dieses Konzept zeigt, dass eine fundierte Fanbetreuung einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung im Umgang mit Fans und Zuschauern leistet und die Atmosphäre bei Fussballspielen positiv gestaltet.“

Bei der Umsetzung dieses WM-Konzeptes arbeiteten sowohl der DFB, die Fanprojekte und die Polizei erfolgreich Hand in Hand. Nur so konnte der WM-Slogan „Zu Gast bei Freunden“ in die Realität umgesetzt werden. Die von der Innenministerkonferenz hervorgehobenen Ticketsysteme zur Ausgrenzung bestimmter Fangruppen spielten bei der WM 2006 eine untergeordnete Rolle.

Dazu Ralf Zänger (Fanprojekt Bochum): „ Die lächelnden Polizeibeamten, wie sie zur WM in unserem Land angetroffen wurden, wünschen wir uns nicht nur zu besonderen Anlässen, sondern auch im regulären Ligaalltag.“



I.A. Ralf Busch / Ralf ZängerSprecher

BAG Sprecher / Fan-Projekte



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Urteil des Bundesgerichtshofs
Stadionverbot bei bloßem Verdacht

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Erlass bundesweiter Stadionverbote für Fußballfans erleichtert. Nach dem Urteil genügt für eine Sperre, dass objektive Tatsachen auch künftige Störungen befürchten lassen. Es ist nicht erforderlich, dass der Fußballfan strafrechtlich verurteilt wurde.

Das Gericht wies die Klage eines Fans und Dauerkarteninhabers des FC Bayern München ab, der nach einem Spiel beim MSV Duisburg im März 2006 mit einer Gruppe des Fanclubs "Schickeria München" in eine Randale mit Duisburger Fans geraten war » ...weiter auf tagesschau.de



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Zeitzeugengespräch im Darmstädter Fanprojekt

Zu einer ganz besonderen Veranstaltung lud das Fanprojekt am 13. Oktober 2009 in seine Räumlichkeiten in der Erbacher Straße ein. Im Zusammenhang des „Alerta Action Days“ in dessen Rahmen bereits Jecek Purski von der polnischen Initiative „Nie Wieder“ einen Vortrag über Rechtsextremismus in der polnischen Fanszene hielt und die „Ultras Darmstadt“ während eines Heimspiels des SV98 die Stadionbesucher über Darmstädter Widerstandskämpfer informierten, lud das Fanprojekt die beiden Zeitzeugen des „3. Reichs“ Philipp Benz und Kurt Kretzschmar zu einem Zeitzeugengespräch ein. Über 40, zumeist junge, Mitglieder der Darmstädter Fanszene waren der Einladung gefolgt und erlebten einen spannenden Abend.

„Ziel der Veranstaltung war es Jung und Alt zusammenzubringen und der Geschichte somit ein Gesicht zu geben“ so Projektleiter Michael Kirschner. „Statt irreal wirkender schwarz-weißer Fernsehbilder wollen wir den Jugendlichen die Möglichkeit bieten sich unmittelbar und im direkten Kontakt über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte zu informieren.“

Und tatsächlich entwickelte sich ein reger Dialog zwischen den Zeitzeugen und den Besuchern. So berichtete Philipp Benz von seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Osthofen, während Kurt Kretzschmar mitteilte wie es ihm gelang trotz seiner Zugehörigkeit zur Marine weiter seinem großen Hobby – dem Sport – nachzugehen. Auch einschneidende historische Ereignisse wie die „Reichskristallnacht“ oder die flächendeckende Bombardierung Darmstadts am 11.09.1944 wurden thematisiert. Die Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich sehr interessiert und erkundigten sich zum Beispiel über die Vorgänge im Verein Darmstadt 98 während dieser Zeit oder Formen des politischen Widerstandes in Darmstadt.

Nach gut zwei Stunden waren alle Beteiligten um zahlreiche Informationen und bewegende Eindrücke reicher. Und so wurde sogleich die Möglichkeit einer Vertiefung dieser Thematik, etwa mittels eines Besuchs der Gedenkstätte Osthofen oder eines historischen Stadtrundgangs in Darmstadt ins Auge gefasst. Unser Dank gilt an dieser Stelle nochmals Philipp Benz und Kurt Kretzschmar für ihre offenen und interessanten Schilderungen!



Philipp Benz wurde 1912 in Arheilgen geboren und trat 1926 der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und später der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Aus diesem Grund wurde er nur wenige Monate nach der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler 1933 für mehrere Monate im KZ Osthofen inhaftiert. Ein Jahr später war er wegen „Hochverrats“ angeklagt, wurde jedoch aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Aufgrund seiner Tätigkeit als Hochbauingenieur wurde er „wegen kriegswichtiger Tätigkeit“ vom Wehrdienst freigestellt.

Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete Benz als freischaffender Architekt und setzte sich als Vorsitzender des Sportausschusses der Stadt Darmstadt dafür ein, dass die Lilien wieder das Stadion am Böllenfalltor nutzen konnten. Er ist Mitbegründer der Lagergemeinschaft Osthofen und engagierte sich für die Einrichtung einer Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager (weitere Informationen auf www.projektosthofen-gedenkstaette.de). Im Jahr 2007 erhielt er für seine Bemühungen den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Eine weiterführende Kurzbiographie von Philip Benz ist auf
» www.projektosthofen-gedenkstaette.de/html/philipp_benz.html zu finden.




Kurt Kretzschmar wurde 1920 in Darmstadt geboren. Bereits sein Vater war Mitglied des Darmstädter SC 05, bevor dieser mit dem FK Olympia fusionierte und somit den SV Darmstadt 1898 schuf. Im Alter von 13 Jahren tritt Kurt Kretzschmar dem SV98 bei und ist dort aktiver Fußballer, Leichtathlet und Boxer. 1934 wird er auf Druck des Schuldirektors und gegen den Willen seines sozialdemokratischen Vaters Mitglied der Hitler-Jugend (HJ). 1938 wird Kretzschmar zur Wehrmacht einberufen. Um dem Arbeitsdienst zu entgehen und weiter Sport treiben zu können meldet er sich freiwillig bei der Marine. Die letzten drei Kriegsjahre verbrachte Kretzschmar in britischer Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr wird er 1948 wieder Mitglied der Fußballabteilung des SV98. Während der der Saison 1949/50, in der die 1. Mannschaft Meister der Landesliga Hessen wurde und in die Oberliga Süd (damals die höchste Spielklasse) aufstieg, absolvierte er fünf Einsätze in der Meisterelf. Später gründete er die Wanderabteilung der Lilien und wurde in den Ältestenrat des Vereins gewählt. Im Jahr 2004 verlieh ihm der SV Darmstadt 98 die Ehrenmitgliedschaft.



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Mainz, den 23. Sep. 2009



PRESSEMITTEILUNG

Unsachliche Position der Polizeigewerkschaft fördert die Eskalation
(zu verschiedenen Presseerklärungen der GdP)


Rund um die Geschehnisse des Regionalligaspiels SV Waldhof Mannheim – 1. FC Kaiserslautern II, überschlägt sich die Gewerkschaft der Polizei mit Pressemitteilungen, welche in keinster Weise zur sachlichen und analytischen Aufarbeitung beitragen. Unter anderem in der GdP digital (Nr. 41, vom 14.09.2009 und Nr. 42, vom 21.09.2009) werden tendenziöse und inhaltlich äußerst bedenkliche sowie gefährliche Artikel und Pressemitteilungen publiziert.

Es entsteht der Eindruck, dass die GdP bewusst ein Bild vermeintlichen „Fan-Terrors“ zeichnet, um eigene politische Interessen durchsetzen zu können. Damit ist sie kein ernst zu nehmender Gesprächspartner im Prozess der kommunikativen Lösungssuche und fällt nicht zuletzt auch den eingesetzten Beamten in den Rücken, die aufgrund „politisch“ aufgeheizter Einsatzbefehle die „Kohlen“ im direkten Kontakt mit Fußballzuschauern „aus dem Feuer“ holen müssen.

Pressemitteilungen dieser Art werden nur eines erreichen - sie verschärfen das „Feindbild Polizei“. Der GdP sollte vielmehr daran gelegen sein die Sprachlosigkeit aufzulösen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte - Süd lehnt aufs Schärfste solche unsachlichen und aufheizenden Stellungnahmen der GdP ab.

Die Tatsache, dass die „Ultras Mannheim“ einen Lagerraum für ihre Choreografien im Carl-Benz-Stadion vom SV Waldhof Mannheim bereitgestellt bekommen, ist seit Jahren der Stadt Mannheim, wie auch den SKB in Mannheim und somit auch der Polizei vor Ort, nebst den Fanprojekten bekannt.

Gleichfalls glauben wir, besonders aus pädagogischer Sicht, dass die Kündigung eines „Bastelraumes“, negative Konsequenzen, sowohl für die Polizei, als auch für die sozialarbeiterische Tätigkeit im Umfeld des Carl-Benz-Stadions vor Ort, sowie allgemein in Deutschland hätte. Streetworkertätigkeit in den Fußballfanszenen bundesweit, die u. a. mit Ultras stattfindet, lässt durch eine Anlaufstelle, wie den „Ultras Raum“ zielorientiertes Arbeiten mit Fußballfans erst gelingen.

Um den Herausforderungen in und um den Stadien begegnen zu können, setzen wir auf positive Beispiele des Dialoges. Daher begrüßt es die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte - Süd, dass die Bundespolizeidirektion Koblenz kürzlich zu einem solch offenen Dialog mit den Fanprojekten geladen hatte, in dessen Mittelpunkt das Kennenlernen und Verstehen der verschiedenen Arbeitsfelder stand. Nur ein solch ernst gemeinter Dialog kann auch zur Lösungsfindung und letztendlich auch zum Abbau des „Feindbildes Polizei“ beitragen.





Sprecher: Thomas Beckmann
Fanprojekt Mainz
Goethestr. 7
55118 Mainz
Tel.: 06131 / 238522
Fax: 06131 / 912723
fanprojekt-mainz@t-online.de

Jörg Rodenbüsch
Fanprojekt Saarbrücken
Sittersweg 24 66113 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 9892725
Fax: 0681 / 9892773
innwurf@gmx.de



Mitglieder BAG-Süd e.V.:
Fanprojekt Augsburg • Fanprojekt Darmstadt • Fanprojekt Frankfurt • Fanprojekt Kaiserslautern • Fanprojekt Karlsruhe • Fanprojekt Mannheim/Ludwigshafen • Fanprojekt Mainz • Fanprojekt München • Fanprojekt Nürnberg • Fanprojekt Offenbach • Fanprojekt Saarbrücken • Fanprojekt Trier •



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Vortrag im Fanprojekt


Am Dienstag den 22. September
19.oo Uhr

Im Fanprojekt, Erbacher Straße 1



In Polen, dem Ausrichter der nächsten Europameisterschaft und dem zweitgrößten Nachbarland Deutschlands hat sich eine in Europa einzigartige Fankultur entwickelt. Einerseits äußert sich dies in grenzenlosem Fanatismus, perfekten Choreographien und ganzen Landstrichen voller Vereinsgraffiti. Andererseits existiert aber auch eine große Bereitschaft zur Gewalt. Nicht selten kommt es auch in den Stadien zu Übergriffen auf gegnerische Fans. Bei der Ablehnung des Anderen spielen Xenophobie, Nationalismus und Homophobie eine große Rolle. Keltenkreuze, an Nazigrößen erinnernde Transparente und antisemitische Sprechchöre sind in den Stadien Polens verbreitet. All dies ist jedoch nicht nur das Phänomen einer Randgruppe, sondern Widerhall einer gesellschaftlichen Strömung. So bekleideten zwischen 2005 und 2007 offen homophobe und rassistische Politiker unter den Gebrüdern Kaczynski Ministerämter. Nationalismus bietet gerade für die Verlierer der Reformen nach 1989 ein Identifikationsangebot, das in den Stadien der Republik radikal propagiert wird.


Jacek Purski ist Pressesprecher der NGO „Nigdy Wieciej / Never again“.
Diese in Warschau ansässige Organisation hat es sich seit 1996 zum Ziel
gemacht, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in der polnischen
Gesellschaft entgegenzutreten. Sie trat so erfolgreich für eine
Verankerung des Verbots von faschistischen und rassistischen
Organisationen in die Verfassung Polens ein. Intensiv werden
rechtsextreme Aktivitäten beobachtet, analysiert und aufgedeckt.
Insbesondere die Situation in den Stadien wird intensiv verfolgt und
Gegenmaßnahmen gestartet. „Nigdy Wieciej“ beteiligt sich an den
Aktivitäten von FARE („Football against Racism in Europa“) und
startete in diesem Rahmen die Kampagne „Wir kicken den Rassismus aus den
Stadien“. Diese hat es sich zum Ziel gemacht, faschistische Symbole aus
den Fußballstadien zu verdrängen, rassistische Gesänge zu ächten und die
Vernetzung antifaschistischer Fanclubs voranzutreiben.
In seinem Vortrag gibt der Referent zunächst einen Überblick über die
polnische Fanszene. Anschließend werden faschistische Strukturen und
Aktivitäten in den Stadien aufgezeigt und in ihre politischen
Zusammenhänge gestellt. Auch die Gegenmaßnahmen von „Never again“ und
anderen antirassistischen Bewegungen werden dargestellt. Einige kurze
Filme stützen die Präsentation.
Der Referent wird auf Englisch sprechen, zentrale Passagen aber ins
Deutsche übersetzt.


Der Eintritt ist frei.



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Ein Schmuckkästchen gezaubert


Der Aufwand hat sich gelohnt. In einer beispiellosen Aktion an Eigeninitiative und Zusammenarbeit zwischen Fans, Fanprojekt, Fanverein und Stadt haben Anhänger des SV Darmstadt 98 einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie etwas ganz Besonderes sind und dass ihnen die Lilien besonders am Herzen liegen. Aus einem zwar stimmungsvollen, optisch aber wenig einladenden F(an)-Block haben sie binnen weniger Stunden ein Schmuckkästchen gezaubert und ein weiteres Mal ein Zeichen gesetzt. Als am Sonntagmorgen die fleißigen Helfer mit den Arbeiten begannen, konnte man das Resultat zwar vage erahnen, vorstellen konnte man sich den Anblick aber wahrlich noch nicht. Und so ging es los. Stufe für Stufe wurde der Fanblock in den Vereinsfarben Blau und Weiß umgestrichen. Sitze und den Boden abdecken, anschließend die Farbe auftragen – der Ehrgeiz und die Energie kannte keine Grenzen. Und so war es geradezu beeindruckend, die neue Optik des F-Blocks entstehen zu sehen. Als der Sitzplatzbereich in Blau und Weiß erstrahlte und die Rückwand der altehrwürdigen Tribüne weiß gestrichen war, fehlte nur noch das Geburtsjahr des SV Darmstadt 98. Und so entstand ein Gesamtbild, das beeindruckender kaum sein kann. Ein Fanblock in Blau und in Weiß mit einer großen 1 8 9 8 im Hintergrund. Zu guter Letzt bekam auch der Aufgang in den Block noch passende Farben und ein großes „F“ verpasst.Der F-Block, stimmgewaltiger Fanblock des SV Darmstadt 98, erstrahlt seit Sonntagnachmittag in neuem Glanz.

Wahrlich: Der Aufwand hat sich gelohnt.

Der Dank an die fleißigen Helfer kann gar nicht groß genug ausfallen. Ihr habt wieder Außergewöhnliches geschafft und einen echten Farbtupfer in unserem Stadion gesetzt. Ein großes Dankeschön geht auch an den SV98, die Stadt Darmstadt und die Firma Späth Knoll, für die gelungene Zusammenarbeit!



(Der Text ist von Ingo / lilienfanszene.de)



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Gründung der BAG der Fanprojekte-Südverbund


Starke Interessenvertretung im Süden


Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte-Süd ist mit demnächst 12 Fanprojekten
die stärkste Interessenvertretung von sozialpädagogischer Fanprojektarbeit in
Deutschland. Um die Strukturen und damit die Effizienz der Arbeit weiter zu schärfen und
zu entwickeln, wurde gestern in Saarbrücken die „Bundesarbeitsgemeinschaft der
Fanprojekte – Südverbund“ gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister wird in den
kommenden Tagen erfolgen.

Damit wird die bereits seit mehr als 20 Jahren geleistete „lose“ Form der
Zusammenarbeit auf ein festes Fundament gestellt.
Der eingeleitete Dialog mit Polizei, Medien und den Fußballverbänden DFB als auch DFL
wird zukünftig, neben der Interessenvertretung der süddeutschen Fanprojekte, im
Mittelpunkt der Tätigkeit stehen.

Sitz der BAG Süd ist Mainz. Als 1. Sprecher wurde Thomas Beckmann (Fanprojekt Mainz)
und als 2. Sprecher Jörg Rodenbüsch (Fanprojekt Saarbrücken) von den
Gründungsmitgliedern gewählt.

Als weitere Vorstandsmitglieder konnten Volker Körenzig (Fanprojekt Karlsruhe), Erwin
Ress (Fanprojekt Kaiserslautern) und Michael Kirschner (Fanprojekt Darmstadt) gewonnen
werden.



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Das „Paradies“ zu Gast im Fanprojekt

Am 18. März waren 10 Jungs vom „Kinderhaus Paradies“ (einer Institution der Offenen Kinder und Jugendarbeit für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren aus Darmstadt-Eberstadt) im Fanprojekt zu Gast.
Mädchen und Jungen des Kinderhauses waren mit ihren Betreuern Kai Schuber und Ralf Förstner beim Rekordversuch der 98er gegen den SSV Ulm am 7. März am Böllenfalltor zu Gast. Um das Thema Darmstadt 98 weiter zu intensivieren, überlegten sich Fanprojektleiter Michael Kirschner gemeinsam mit den Betreuern Kai Schuber und Ralf Förstner eine Kooperation des Fanprojekts Darmstadt mit dem Kinderhaus „Paradies“. Michael Kirschner entwarf ein eigenes Fußballquiz für die Gäste, mit dem sie ihr Wissen über die Lilien und den Fußball allgemein testen konnten. Anschließend wurde ein Turnier am Kickertisch des Fanprojekts ausgespielt, wobei der „Fair Play Gedanke“ die absolute Priorität hatte.

Der Höhepunkt des Nachmittags war jedoch sicherlich der Besuch der Lilienspieler David Kienast, Alvano Kröh und Elia Soriano, die die Jungs nun hautnah erleben und mit Fragen löchern konnten. Zum Abschied gab es für die Kinder nicht nur eine Urkunde, sondern noch jeweils einen Fanschal und –mütze der Lilien, die der SV Darmstadt 98 für diesen Anlass gestiftet hat und die von den drei Spielern selbstverständlich an Ort und Stelle signiert worden sind. Für die 10 Jungen aus 6 verschiedenen Nationen ging somit ein spannender Nachmittag zu Ende, den sie bestimmt nicht so schnell vergessen werden.


Mädchen und Jungen des Kinderhauses

mit Spielern des SV 98 im Fanprojekt


„Ich bedanke mich im Namen der teilgenommen Jungen und den MitarbeiterInnen des Kinderhauses beim Fanprojekt Darmstadt, Michael Kirschner, dem SV Darmstadt 98, David Kienast, Alvano Kröh und Elia Soriano für die tolle Zusammenarbeit und einen sehr interessanten Nachmittag“, so Kai Schuber.



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Stellungnahme des Darmstädter Fanprojekts bezüglich des Interviews

"Anonym im Schutz der Masse"


Sehr geehrter Herr Marx, sehr geehrter Herr Hocke,

das Fanprojekt Darmstadt arbeitet auf Grundlage des "Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit" (NKSS) und zielt darauf ab Vorurteile gegenüber Fußballfans abzubauen, begleitet Fans bei allen Heim- und Auswärtsspielen, unterstützt Fans bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Choreografien im Stadion und anderen Veranstaltungen, begleitet Fans bei Behördengängen und Anwaltsterminen und vermittelt u. a. bei Konflikten mit der Polizei und den Ordnungskräften.
In diesem Zusammenhang habe ich mit großer Verwunderung Ihr Interview auf FAZ.NET vom 27.02.09 zur Kenntnis genommen. Das Interview hat dabei einige Fragen bei mir aufgeworfen. Zum einen stellt sich mir die Frage, warum Herr Marx die Aussage von Herrn Hocke, Begegnungen zwischen Eintracht Frankfurt II und Darmstadt 98 bürgen eine „besondere Brisanz“ dahingehend interpretiert, es seien „im Wesentlichen diverse Fans von Darmstadt 98 ein Problem“. Selbstverständlich bergen Derbies zwischen Vereinen mit rivalisierenden Fanszenen ein gewisses Konfliktpotenzial. Allerdings kam es in den letzten Jahren höchst selten zu einem direkten Aufeinandertreffen oder gar Gewalttaten beider Fanlager. Für die Unterbrechung des Oberligaspiels Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt II am 22.09.07 waren einzig die Anhänger der Frankfurter Eintracht verantwortlich, gewalttätige Übergriffe blieben jedoch auch an diesem Tag aus.
Umso erstaunlicher ist es, dass diese Interpretation von Herrn Hocke nicht nur unangetastet bleibt sondern gar gestützt wird. So konkretisiert er den Vorwurf mit der Aussage, es sei „bekannt, dass einige Leute aus der [Darmstädter] Ultraszene der Gewalt nahestehen“. Worauf Herr Hocke diese These stützt bleibt mir verborgen. Die Gruppe „Ultras Darmstadt“ ist in ihrer fünfjährigen Geschichte nur vereinzelt durch gewalttätige Auseinandersetzungen aufgefallen, dementsprechend wurde noch kein Mitglied der Gruppe mit einem Stadionverbot im Zusammenhang mit Gewalttaten belegt.

So liegt die Vermutung nahe, dass an dieser Stelle – wie leider so oft – Ultras und gewaltbereite Hooligans in einen Topf geworfen wurden. Durch diese undifferenzierte Betrachtungsweise wird einer Gruppe Unrecht getan, die sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – der gewaltlosen Unterstützung ihrer Mannschaft widmet und sich äußerst positiv am gesellschaftspolitischen Prozess beteiligt, wofür sie 2008 von der Stadt Darmstadt mit dem Preis „Gesicht zeigen“ ausgezeichnet wurde.

Um Ihnen einen besseren Einblick in die Darmstädter Fanszene zu ermöglichen, finden Sie im Anhang dieser Mail den aktuellen Sachbericht des Fanprojekts Darmstadt, mit einem Überblick über die verschiedenen Strömungen innerhalb der Fanszene des SV98. Zudem lade ich Sie gerne dazu ein den Fantreff im Darmstädter Fanprojekt zu besuchen, um uns und die Gruppe der Ultras Darmstadt persönlich kennen zu lernen.


Mit freundlichen Grüßen,
Michael Kirschner,
(Projektleiter)



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Erinnerungstag im deutschen Fußball

Der 27. Januar ist der internationale Gedenktag an die Befreiung der Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945. An genau diesem Datum veranstalten die DFL (Deutsche Fußball Liga GmbH) und die Klubs der beiden Bundesligen den Erinnerungstag im deutschen Fußball. Gedacht wird an diesem Tag nicht nur des Holocaust, sondern besonders auch der Spieler, Betreuer und Funktionäre des Fußballs, die in vielfältiger Weise dem Widerstand zuzurechnen waren. Viele von ihnen ließen dafür ihr Leben.

Der Name des KZ Auschwitz steht heute weltweit als das Symbol für die vielen unfassbaren, ungeheuerlichen Verbrechen an der Menschheit, die im Nationalsozialismus begangen wurden. Sie waren sowohl in der Art wie auch im Ausmaß einzigartig und wirken bis heute nach. Doch leider ist der Begriff Auschwitz heute immer noch bundesweit Bestandteil eines unerträglichen Gesanges, der vor allem im Umfeld von Fußballstadien in unschöner Unregelmäßigkeit zu vernehmen ist. Es ist das berüchtigte „U-Bahn-Lied“, ein Schmäh-Gesang, in dem Anhängern des jeweils aktuell gegnerischen Vereins mit der Deportation nach Auschwitz zynisch gedroht werden soll.

Ein solch menschenverachtendes Lied hören zu müssen macht fassungslos. Es zeigt uns, dass die selbst ernannten Erben der Verbrecher von damals, die systematische Ausgrenzung und schließlich weitgehend verwirklichte Ausrottung von ganzen Bevölkerungsgruppen schönreden, oder sogar leugnen. Das ist heute immer noch Realität. Zu viele halten diese Art von Liedern und Texten für harmlose Scherze und erkennen die tatsächlichen Zusammenhänge nicht. Das darf nicht sein!

Dieses immer noch aufflackernde Gedankengut rechtextremistischer Kreise ist kein Phänomen des Fußballs, es ist vielmehr ein Problem unserer gesamten Gesellschaft - das allerdings vor den Toren der Stadien nicht Halt macht. Im Gegenteil! Im Schutz der anonymen Masse fühlen sich die braunen Ideologen und Demagogen und ihre bereits in die Irre geführte Anhängerschaft oft sicher und geschützt. Noch viel zu selten wird ihnen, aus der Mitte der Kurve heraus entschieden Einhalt geboten.

Das liegt nicht zuletzt an der Verunsicherung unter den Fans, wie man denn als einzelner mit offen geäußerten oder gezeigten rassistischen, antisemitischen oder andere Gruppen diskriminierenden Sprüchen, Gesängen und Abzeichen umgehen soll. Die meist unbegründete, aber nachvollziehbare Angst, als erster einzuschreiten und womöglich danach alleine gegen eine gewaltbereite Gruppe zu stehen, tut oft ein Übriges.

Der Erinnerungstag im deutschen Fußball soll hier ein Zeichen setzen. Er soll die tatsächlichen Verhältnisse der geistigen Einstellung unter den Fans widerspiegeln und allen klar vor Augen führen, dass ewig gestriges Gedankengut bei Fußballfans keine Chance hat! Der Erinnerungstag soll jeden Einzelnen ermutigen, im Stadion, wie auch in seinem persönlichen Umfeld stets angstfrei und unmissverständlich gegen jede Art von Menschenverachtung und Diskriminierung einzutreten.

Die Kurve war, ist und bleibt demokratisch und bunt! Sie steht für Vielfalt, Toleranz und Leidenschaft! Daran dürfen wir keinen Zweifel aufkommen lassen! Wir wollen und wir werden nicht vergessen - aus Respekt gegenüber den Opfern von gestern, wie auch aus Sorge um mögliche Opfer von heute oder morgen! Zusammen sind alle Fans stark!



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Kick-Off-Veranstaltung des Projekts
„Kein Platz für Rassismus in Darmstadt!“
am 19.12.08 im Stadion am Böllenfalltor


Am 19.12.08 fand im städtischen Stadion am Böllenfalltor die Auftaktveranstaltung des Projekts „Kein Platz für Rassismus in Darmstadt!“ statt. Initiatoren des vom Lokalen Aktionsplan der Stadt Darmstadt unterstützten Projekts sind der Sportkreis Darmstadt, die Wissenschaftsstadt Darmstadt, das Fanprojekt Darmstadt sowie die Darmstädter Sportstiftung.

Bei der Auftaktveranstaltung stellten Harry Distelmann (Sportkreis Darmstadt), Michael Kirschner (Fanprojekt Darmstadt), Ralf-Rainer Klatt (Sportberater der Stadt Darmstadt), Jochen Partsch (Stadtrat der Stadt Darmstadt) und Kris Rudolf (Kein Platz für Rassismus e.V.) ihr gemeinsames Projekt vor. Anwesend waren ebenfalls Dr. Helmut Zeitträger (Vizepräsident des SV Darmstadt 98) und Jürgen Koch (Vorstandsmitglied des Fanvereins Darmstadt 98).

Im Rahmen dieses Projekts sollen, an möglichst allen 16 Darmstädter Sportplätzen, Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus!“ angebracht werden um den Vereinen somit die Möglichkeit zu bieten, sich öffentlich gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Die Schilder sollen bei den teilnehmenden Vereinen einen Anreiz darstellen um Vereinsverantwortliche, Sportler, Schiedsrichter, Trainer, Fans und Gäste für diese Thematik zu sensibilisieren und einen Denkprozess anzustoßen. Die Vereine sollen somit nicht nur interne Prozesse in Gang setzen sondern zeitgleich als Multiplikatoren fungieren. Als erster Leitfaden wird den Vereinen die Broschüre „11 Fragen nach 90 Minuten. Was tun gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball?“ (herausgegeben vom Bündnis für Demokratie und Toleranz, Am Ball bleiben/dsj und der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS)) an die Hand gegeben. Zudem hat das Fanprojekt Darmstadt eine umfangreiche Linkliste erstellt, in der Informationen zum Thema Rechtsextremismus, regionaler und bundesweiter Gegeninitiativen und zu weiteren Aspekten des Themas aufgerufen werden können. » (http://www.ib-fanprojekt-darmstadt.de/links/rassismus/index.html)

Nach der gelungenen Auftaktaktveranstaltung in Darmstadts größtem Stadion sollen 2009 weitere Sportanlagen folgen.





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