• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
» Klettern im Hainstädter Steinbruch
» Kanu-Tour von Solms nach Wetzlar
Kick-Off-Veranstaltung des Projekts
„Kein Platz für Rassismus in Darmstadt!“
am 19.12.08 im Stadion am Böllenfalltor
Am 19.12.08 fand im städtischen Stadion am Böllenfalltor die Auftaktveranstaltung des Projekts „Kein Platz für Rassismus in Darmstadt!“ statt. Initiatoren des vom Lokalen Aktionsplan der Stadt Darmstadt unterstützten Projekts sind der Sportkreis Darmstadt, die Wissenschaftsstadt Darmstadt, das Fanprojekt Darmstadt sowie die Darmstädter Sportstiftung.
Bei der Auftaktveranstaltung stellten Harry Distelmann (Sportkreis Darmstadt), Michael Kirschner (Fanprojekt Darmstadt), Ralf-Rainer Klatt (Sportberater der Stadt Darmstadt), Jochen Partsch (Stadtrat der Stadt Darmstadt) und Kris Rudolf (Kein Platz für Rassismus e.V.) ihr gemeinsames Projekt vor. Anwesend waren ebenfalls Dr. Helmut Zeitträger (Vizepräsident des SV Darmstadt 98) und Jürgen Koch (Vorstandsmitglied des Fanvereins Darmstadt 98).
Im Rahmen dieses Projekts sollen, an möglichst allen 16 Darmstädter Sportplätzen, Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus!“ angebracht werden um den Vereinen somit die Möglichkeit zu bieten, sich öffentlich gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Die Schilder sollen bei den teilnehmenden Vereinen einen Anreiz darstellen um Vereinsverantwortliche, Sportler, Schiedsrichter, Trainer, Fans und Gäste für diese Thematik zu sensibilisieren und einen Denkprozess anzustoßen. Die Vereine sollen somit nicht nur interne Prozesse in Gang setzen sondern zeitgleich als Multiplikatoren fungieren. Als erster Leitfaden wird den Vereinen die Broschüre „11 Fragen nach 90 Minuten. Was tun gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball?“ (herausgegeben vom Bündnis für Demokratie und Toleranz, Am Ball bleiben/dsj und der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS)) an die Hand gegeben. Zudem hat das Fanprojekt Darmstadt eine umfangreiche Linkliste erstellt, in der Informationen zum Thema Rechtsextremismus, regionaler und bundesweiter Gegeninitiativen und zu weiteren Aspekten des Themas aufgerufen werden können. » (http://www.ib-fanprojekt-darmstadt.de/links/rassismus/index.html)
Nach der gelungenen Auftaktaktveranstaltung in Darmstadts größtem Stadion sollen 2009 weitere Sportanlagen folgen.
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
Erinnerungstag im deutschen Fußball
Der 27. Januar ist der internationale Gedenktag an die Befreiung der Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945. An genau diesem Datum veranstalten die DFL (Deutsche Fußball Liga GmbH) und die Klubs der beiden Bundesligen den Erinnerungstag im deutschen Fußball. Gedacht wird an diesem Tag nicht nur des Holocaust, sondern besonders auch der Spieler, Betreuer und Funktionäre des Fußballs, die in vielfältiger Weise dem Widerstand zuzurechnen waren. Viele von ihnen ließen dafür ihr Leben.
Der Name des KZ Auschwitz steht heute weltweit als das Symbol für die vielen unfassbaren, ungeheuerlichen Verbrechen an der Menschheit, die im Nationalsozialismus begangen wurden. Sie waren sowohl in der Art wie auch im Ausmaß einzigartig und wirken bis heute nach. Doch leider ist der Begriff Auschwitz heute immer noch bundesweit Bestandteil eines unerträglichen Gesanges, der vor allem im Umfeld von Fußballstadien in unschöner Unregelmäßigkeit zu vernehmen ist. Es ist das berüchtigte „U-Bahn-Lied“, ein Schmäh-Gesang, in dem Anhängern des jeweils aktuell gegnerischen Vereins mit der Deportation nach Auschwitz zynisch gedroht werden soll.
Ein solch menschenverachtendes Lied hören zu müssen macht fassungslos. Es zeigt uns, dass die selbst ernannten Erben der Verbrecher von damals, die systematische Ausgrenzung und schließlich weitgehend verwirklichte Ausrottung von ganzen Bevölkerungsgruppen schönreden, oder sogar leugnen. Das ist heute immer noch Realität. Zu viele halten diese Art von Liedern und Texten für harmlose Scherze und erkennen die tatsächlichen Zusammenhänge nicht. Das darf nicht sein!
Dieses immer noch aufflackernde Gedankengut rechtextremistischer Kreise ist kein Phänomen des Fußballs, es ist vielmehr ein Problem unserer gesamten Gesellschaft - das allerdings vor den Toren der Stadien nicht Halt macht. Im Gegenteil! Im Schutz der anonymen Masse fühlen sich die braunen Ideologen und Demagogen und ihre bereits in die Irre geführte Anhängerschaft oft sicher und geschützt. Noch viel zu selten wird ihnen, aus der Mitte der Kurve heraus entschieden Einhalt geboten.
Das liegt nicht zuletzt an der Verunsicherung unter den Fans, wie man denn als einzelner mit offen geäußerten oder gezeigten rassistischen, antisemitischen oder andere Gruppen diskriminierenden Sprüchen, Gesängen und Abzeichen umgehen soll. Die meist unbegründete, aber nachvollziehbare Angst, als erster einzuschreiten und womöglich danach alleine gegen eine gewaltbereite Gruppe zu stehen, tut oft ein Übriges.
Der Erinnerungstag im deutschen Fußball soll hier ein Zeichen setzen. Er soll die tatsächlichen Verhältnisse der geistigen Einstellung unter den Fans widerspiegeln und allen klar vor Augen führen, dass ewig gestriges Gedankengut bei Fußballfans keine Chance hat! Der Erinnerungstag soll jeden Einzelnen ermutigen, im Stadion, wie auch in seinem persönlichen Umfeld stets angstfrei und unmissverständlich gegen jede Art von Menschenverachtung und Diskriminierung einzutreten.
Die Kurve war, ist und bleibt demokratisch und bunt! Sie steht für Vielfalt, Toleranz und Leidenschaft! Daran dürfen wir keinen Zweifel aufkommen lassen! Wir wollen und wir werden nicht vergessen - aus Respekt gegenüber den Opfern von gestern, wie auch aus Sorge um mögliche Opfer von heute oder morgen! Zusammen sind alle Fans stark!
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
Stellungnahme des Darmstädter Fanprojekts bezüglich des Interviews
"Anonym im Schutz der Masse"
Sehr geehrter Herr Marx, sehr geehrter Herr Hocke,
das Fanprojekt Darmstadt arbeitet auf Grundlage des "Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit" (NKSS) und zielt darauf ab Vorurteile gegenüber Fußballfans abzubauen, begleitet Fans bei allen Heim- und Auswärtsspielen, unterstützt Fans bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Choreografien im Stadion und anderen Veranstaltungen, begleitet Fans bei Behördengängen und Anwaltsterminen und vermittelt u. a. bei Konflikten mit der Polizei und den Ordnungskräften.
In diesem Zusammenhang habe ich mit großer Verwunderung Ihr Interview auf FAZ.NET vom 27.02.09 zur Kenntnis genommen. Das Interview hat dabei einige Fragen bei mir aufgeworfen. Zum einen stellt sich mir die Frage, warum Herr Marx die Aussage von Herrn Hocke, Begegnungen zwischen Eintracht Frankfurt II und Darmstadt 98 bürgen eine „besondere Brisanz“ dahingehend interpretiert, es seien „im Wesentlichen diverse Fans von Darmstadt 98 ein Problem“. Selbstverständlich bergen Derbies zwischen Vereinen mit rivalisierenden Fanszenen ein gewisses Konfliktpotenzial. Allerdings kam es in den letzten Jahren höchst selten zu einem direkten Aufeinandertreffen oder gar Gewalttaten beider Fanlager. Für die Unterbrechung des Oberligaspiels Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt II am 22.09.07 waren einzig die Anhänger der Frankfurter Eintracht verantwortlich, gewalttätige Übergriffe blieben jedoch auch an diesem Tag aus.
Umso erstaunlicher ist es, dass diese Interpretation von Herrn Hocke nicht nur unangetastet bleibt sondern gar gestützt wird. So konkretisiert er den Vorwurf mit der Aussage, es sei „bekannt, dass einige Leute aus der [Darmstädter] Ultraszene der Gewalt nahestehen“. Worauf Herr Hocke diese These stützt bleibt mir verborgen. Die Gruppe „Ultras Darmstadt“ ist in ihrer fünfjährigen Geschichte nur vereinzelt durch gewalttätige Auseinandersetzungen aufgefallen, dementsprechend wurde noch kein Mitglied der Gruppe mit einem Stadionverbot im Zusammenhang mit Gewalttaten belegt.
So liegt die Vermutung nahe, dass an dieser Stelle – wie leider so oft – Ultras und gewaltbereite Hooligans in einen Topf geworfen wurden. Durch diese undifferenzierte Betrachtungsweise wird einer Gruppe Unrecht getan, die sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – der gewaltlosen Unterstützung ihrer Mannschaft widmet und sich äußerst positiv am gesellschaftspolitischen Prozess beteiligt, wofür sie 2008 von der Stadt Darmstadt mit dem Preis „Gesicht zeigen“ ausgezeichnet wurde.
Um Ihnen einen besseren Einblick in die Darmstädter Fanszene zu ermöglichen, finden Sie im Anhang dieser Mail den aktuellen Sachbericht des Fanprojekts Darmstadt, mit einem Überblick über die verschiedenen Strömungen innerhalb der Fanszene des SV98. Zudem lade ich Sie gerne dazu ein den Fantreff im Darmstädter Fanprojekt zu besuchen, um uns und die Gruppe der Ultras Darmstadt persönlich kennen zu lernen.
Mit freundlichen Grüßen,
Michael Kirschner,
(Projektleiter)
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •
• • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • •





