Unsere Arbeit


Unsere Arbeit

Das Fanprojekt Darmstadt hat sich zu einem der populärsten Jugendhäuser in Darmstadt entwickelt. Durch den Meilenstein, eigene Räumlichkeiten anzumieten, zu renovieren und hier eine Anlaufstelle für Fans vor allem im jugendlichen Alter zu schaffen, wurde dieser Zielgruppe die Möglichkeiten gegeben, Fahrten zu planen, Transparente und Banner zu malen, Trommeln und ähnliches Gut unter der Woche unterzustellen und nicht zuletzt einen Ort aufsuchen zu können, an dem man seine Freunde trifft.

Neben sozialpädagogischer Arbeit und Beratung in Schulfragen, bei Problemen mit der Justiz oder in der Familie, etablierte sich das Fanprojekt als ernsthaften und gefragten Gesprächspartner von Polizei, Presse und Verein.



Grundlagen

Die Neuauflage des NKSS aus dem Jahr 1992, die die Grundlage unserer Arbeit ist, beschreibt im Kapitel 2.1., dass „Fußballanhänger [...] oft nur unzureichend von der allgemeinen Jugendsozialarbeit erreicht [werden]; das gilt im besonderen Maße für die Problemgruppen der gewaltbereiten und gewaltsuchenden Personen. Bisher gab es keine von allen Beteiligten getragene einheitliche Konzeption und keine Empfehlungen zur personellen und materiellen Ausstattung. Die Erarbeitung eines bundesweiten Rahmenkonzeptes für Fanprojekte und die Einrichtung von Fanprojekten auf örtlicher Ebene innerhalb dieses Konzeptes war deshalb erforderlich.“

Dieses Rahmenkonzept bildet die Vorraussetzung für die Arbeit des Fan-Projekts Darmstadt. Wie in der oben zitierten Passage deutlich wird, müssen die pädagogischen Methoden für eine erfolgreiche Sozialarbeit mit jugendlichen Fußballfans andere sein als die der allgemeinen Jugendsozialarbeit. Das NKSS nennt die Fan-Projekt-Arbeit eine „besondere Form der Jugend-/Sozialarbeit“ und konstatiert, dass „dieser Ansatz [..] geeignet [ist], vor allem Mitgliedern jugendlicher Problemgruppen bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten zu helfen und sie vor abweichendem Verhalten zu bewahren; daneben sollen Fanprojekte verhindern, dass insbesondere jüngere Jugendliche in derartige Problemgruppen abgleiten.



Ziele und Methoden

Durch die oben skizzierten Grundlagen unserer Arbeit wird deutlich, dass unsere Tätigkeit einzelfallorientierte, gruppenorientierte sowie präventive Angebote haben muss.

Einzelfallhilfe ist oftmals dazu geeignet, spezielle Problemlagen zu lösen. Dies kann durch Beratungsgespräche, Begleitungen, Kontaktaufnahme, Vermittlung an andere Institutionen (z. B. Suchtberatung) oder durch Dinge wie Unterstützung bei einem Bewerbungsschreiben geschehen.

Gruppenangebote fallen meistens in den präventiven Bereich. Beispiele dafür sind pädagogisch begleitete U-18-Fahrten zu Fußballspielen, Sport- und Freizeitangebote, internationale Austausche oder Kulturangebote. Die vom Fan-Projekt organisierte Fahrt zur Mondiali Antirazzisti, der antirassistischen Fan-WM in Italien, fällt ebenfalls in diesen Bereich. Dabei wurde eines der Ziele unserer Arbeit anvisiert: der Abbau von Ausländerfeindlichkeit bzw. wurde dem Entstehen solcher Einstellungen präventiv begegnet.


Die Ziele unserer Arbeit sind auch im NKSS verankert:


Eindämmung von Gewalt; Arbeit im Präventivbereich, z. B. Hinführung zu gewaltfreier Konfliktlösung im Rahmen von Selbstregulierungsmechanismen mit der Perspektive Gewaltverhinderung;
Abbau extremistischer Orientierungen (Vorurteile; Feindbilder, Ausländerfeindlichkeit) sowie delinquenter oder Delinquenz begünstigender Verhaltensweisen;
Steigerung von Selbstwertgefühl und Verhaltenssicherheit bei jugendlichen Fußballanhängern;
Stabilisierung von Gleichaltrigengruppen;
Schaffung eines Klimas, in dem gesellschaftliche Institutionen zu mehr Engagement für Jugendliche bewegt werden können;
Rückbindung jugendlicher Fußballanhänger an ihre Vereine.


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